Skip to main content

25. Internationale Bremer Filmsymposium auf unbestimmte Zeit verschoben!

Aufgrund der weiterhin unabsehbaren Covid-19-Dynamik muss das 25. Internationale Bremer Filmsymposium leider abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Wir bedauern diesen Schritt sehr, aber hoffen auf Ihr Verständnis.



25. Internationales Bremer Symposium zum Film vom 6.–9. Mai 2020

Kopf/Kino: Psychische Erkrankung und Film

Mit dem Titel „Kopf/Kino“ widmet sich das 25. Internationale Bremer Symposium zum Film vom 6.-9. Mai 2020 der Frage, wie das Kino unser Verständnis von psychischen Erkrankungen prägt und verändern kann. Das abwechslungsreiche Kinoprogramm gestaltet sich aus zahlreichen fiktionalen, autobiografischen, dokumentarischen und essayistischen Werken der Filmgeschichte sowie diversen wissenschaftlichen Beiträgen 18 internationaler Gäste.

Psychische Erkrankungen sind für viele Betroffene mit einem Gefühl scheinbarer Unendlichkeit und Verlorenseins oder des fehlenden Bezugs zum Körper verbunden. Die verschiedenartigen Eindrücke von Zeitlichkeit sowie veränderter Selbst- und Umweltwahrnehmung, die mit psychischer Erkrankung einhergehen, können im Film erfahrbar gemacht werden. Es liegt daher nahe, nicht nur den Kopf als zentralen Ort zu verstehen, an dem sich psychische Erkrankungen abspielen, sondern auch das Kino als einen Ort, an dem eine Ästhetik psychischer Differenz greifbar wird.

Ziel des Filmsymposiums ist es, die Diskussion darüber zu vertiefen, wie Filme als Experimentierfeld und Reflexionsort die gesellschaftliche Auffassung von psychischen Erkrankungen beeinflussen können. Die Bilderwelt des Wahnsinns und die Position des erkrankten Subjekts zwischen Betroffenheit, Behandlung und Selbstermächtigung sollen untersucht und ein besonderer Fokus auf autobiografische Filmprojekte und deren selbsttherapeutische Potenziale gelegt werden.

Zu diesen Schwerpunkten präsentieren Robin Curtis (Freiburg), Michele Aaron (Warwick) und der führende Bildwissenschaftler W.J.T. Mitchell (Chicago) in den Hauptvorträgen grundlegende Fragestellungen. In drei vormittäglichen Foren werden 14 Kurzvorträge die aktuellen Diskussionen der Filmwissenschaft und angrenzenden Fachdisziplinen spiegeln. Eingeladen ist zudem Richard Warden, ehemaliger Kurator des Scottish Mental Health Arts Festival (Glasgow) mit einem kommentierten Kurzfilmprogramm.

Die Vorträge werden von einer kuratierten Filmauswahl aktueller und historischer Werke des internationalen Kinos flankiert. Alle Filme werden mit Einführung präsentiert.

João Vianas OUR MADNESS (2018) bildet mit dem Vorfilm YELLOW FEVER (Ng´endo Mukii 2012) im Rahmen der Filmreihe Wahnsinn & Postkolonialismus (3.12.2019–9.6.2020) am Dienstagabend den Auftakt zur Themenwoche.

Der Mittwoch eröffnet das offizielle Filmprogramm mit Deborah Hoffmans COMPLAINTS OF A DUTIFUL DAUGHTER (1994) und Alan Berliners FIRST COUSIN ONCE REMOVED (2012) zwei dokumentarische Perspektiven auf subjektive Erfahrungen mit Alzheimer.

Apichatpong Weerasethakuls CEMETERY OF SPLENDOUR (2015) und WALTZ WITH BASHIR (Ari Folman, 2008) kreisen am Donnerstag um Traumatisierung und Realitätsflucht als Folge kriegerischer Konflikte.

In DIALOGUES WITH MADWOMEN (1994) am Freitag verwebt Allie Light die persönlichen Geschichten von sieben Frauen und zeigt das Erzählen über psychische Erkrankung als feministische und selbsttherapeutische Praxis.

Den Höhepunkt bildet Jessica Hausners neuester Film LITTLE JOE (2020). Die in Cannes zur besten Darstellerin ausgezeichnete Emily Beecham bietet ein beeindruckendes Portrait einer Biologin, deren neue Pflanzenzüchtung ein revolutionäres, aber dubioses Antidepressivum darstellt. Im Anschluss ermöglicht es die Spätvorstellung von NAKED LUNCH (1991), David Cronenbergs Adaption des Skandalromans über Halluzinationen und Rauschwahn von William S. Burrows auf der Leinwand zu erleben.

Am Samstag beginnt das Filmprogramm mit Jonathan Caouettes autobiografischem Dokumentarfilm TARNATION (2003). Am Nachmittag gibt der Filmkurator Richard Warden im kommentierten Kurzfilmprogramm Moving Images: Family, Loss and First Person Documentary Einblick in seine Arbeit bei verschiedenen Social-Justice-Filmfestivals.

Im Abendprogramm wird der japanische Stummfilm A PAGE OF MADNESS (1926/72) von Teinosuke Kinugasa unter Begleitung des Hamburger Musikers David Eßer neu interpretiert. Die nachfolgende Spätvorstellung schließt das Programm mit Stanley Kubricks Klassiker A CLOCKWORK ORANGE (1971).

Das Filmsymposium ist eine langjährige Kooperation des CITY 46 / Kommunalkino Bremen e.V. mit den beiden AGs Filmwissenschaft / Medienästhetik und Geschichte Lateinamerikas der Universität Bremen, zwei Forschungseinrichtungen des Zentrums für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI).

Die einzelnen Veranstaltungen finden Sie beim Fachbereich Filmwissenschaft / Medienästhetik der Universität Bremen.