Kati Outinen

Der 6. Bremer Filmpreis geht an die finnische Schauspielerin Kati Outinen.

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Die am 17. August 1961 in Helsinki geborene Kati Outinen absolvierte ein Schauspielstudium an der finnischen Theaterakademie. Bühnenerfahrung sammelte sie danach in ihrem 10-jährigen Engagement am KOM-Theater in Helsinki. Ihre bemerkenswerte Filmkarriere begann jedoch schon fast zeitgleich mit Beginn ihrer Schauspielausbildung. Outinens ouvre ist geprägt von der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Regisseur Aki Kaurismäki. Seit einigen Jahren arbeitet die Schauspielerin aber auch als Autorin und als Dozentin für Schauspiel.

Ihre erste Filmrolle erhielt Outinen 1980 in Suominens Film Right on Man!. Mitte der 80er Jahre wurde Aki Kaurismäki auf sie aufmerksam und gab ihr in Schatten im Paradies (1986) die Rolle der Ilona. Damit begann die künstlerische Symbiose der beiden: Kati Outinen hatte ihren filmerischen »Ziehvater« gefunden und Kaurismäki seine Lieblingsdarstellerin, die auf ihre sehr eigene Art seinen Vorstellungen von minimalistischer Schauspielkunst entsprach. Eigens für sie schrieb er einen kompletten Film: Das Mädchen aus der Streichholzfabrik (1990). Seitdem wirkte sie in fast allen Filmen Kaurismäkis mit.
Vorläufiger Höhepunkt der gemeinsamen Arbeit ist wohl Der Mann ohne Vergangenheit (2002), der in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde und für den Kati Outinen die Silberne Palme als beste Schauspielerin gewann.

kati.jpgAus der Jurybegründung:Sie ist Iris, das Mädchen aus der Streichholzfabrik, Ilona und Tatjana, Arbeiterin, Arbeitssuchende, Arbeitslose: Seit »Schatten im Paradies« spielt Kati Outinen sie beinahe alle, die wortkargen Heldinnen im Kino von Aki Kaurismäki. Eine hagere Finnin, eine lakonische, widerspenstige, unbestechliche Frau. Eine, die den Krisen trotzt, und manchmal, ganz kurz nur, in die Kamera lächelt. Das ist dann fast schon das Glück mitten im kalten Finnland. Kati Outinen ist eine Meisterin der minimalistischen Schauspielkunst. Sie verschwendet ihr Talent nicht, sie konzentriert es auf das Wesentliche und erinnert uns Zuschauer daran, wie schwer es sein kann, sich selbst treu zu bleiben - und wie faszinierend. Das europäische Kino wäre ärmer ohne ihr blasses, unverwechselbares Gesicht.

Jury: Christiane Peitz (Kulturredakteurin, Tagesspiegel Berlin), Reinhard Hauff (Rektor der dt. Film- und Fernsehakademie, Berlin), Katja Nicodemus (Filmkritikerin, Die Zeit).

Filmographie
Englische Biographie