Agnès Varda

Der 2. Bremer Filmpreis geht an die französische Regisseurin Agnès Varda.

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Agnès Varda wurde am 30.5.1928 in Brüssel geboren. Mit ihrer Familie siedelte sie in jungen Jahren nach Paris über. Nach dem Abitur, der Kunsthochschule und einem abgebrochenen Studium begann sie als Photographin zu arbeiten und wurde als solche besonders mit Aufnahmen des Schauspielers Gérard Philipe bekannt. 1954 wendete sie sich schließlich dem Filmemachen zu und gilt heute als eine der Schlüsselfiguren des modernen Kinos und als eine der führenden weiblichen Filmemacher Frankreichs.

Bereits ihr erster Spielfilm, der experimentelle Kurzfilm La pointe courte (1954), machte sie zu einer wichtigen Figurvarda.gif der »Nouvelle Vague«. Ab 1958 drehte Agnès Varda unaufhörlich - in Eigenproduktion und im Auftrag für andere Firmen - Dokumentarfilme, Kurz- und Spielfilme, Porträts und Hommagen. Aufsehen erregte sie mit ihrer Studie über Realzeit und Angst, Cleo zwischen 5 und 7 (1961). Mit dem Film Das Glück (1969) wurde sie einem breiteren Publikum bekannt. Seit sie mit dem Spielfilm Die Geschöpfe (1966) einen Flop landete und die Geldgeber sich zurückzogen, produzierte Varda ihre Filme selbst. Vogelfrei (1986), ein Film über eine junge Vagabundin in Frankreich, erhielt in Venedig den Goldenen Löwen und wurde auch ein kommerzieller Erfolg. Ihr Film Hundert und eine Nachtwurde 1995 auf der Berlinale gezeigt.

Aus der Jurybegründung:
Als Erfinderin der »cinécriture«, des filmischen Schreibens in Abhängigkeit von Begegnungen, Zufällen, Wünschen, Bedürfnissen und möglichen Exkursen, kreierte Agnès Varda einen Stil, der sich zwischen dokumentarischem Realismus und poetischer Fiktion bewegt. Sie richtet einen direkten und aufmerksamen Blick auf die Dinge und die Menschen, die sie umgeben, auf das Leben, das für sie eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration bedeutet. Ihr Werk umfasst insgesamt über 30 Filme, die frei, subjektiv, poetisch, sensibel und aufmerksam die alltäglichen Dinge des Lebens zum Thema machen. Es ist das Werk einer Sammlerin, einer Vagabundin.

Jury:
Christiane Peitz (Kulturredakteurin, Tagesspiegel Berlin), Elke Misselwitz (Filmemacherin, Berlin), Peter W. Jansen (Filmjournalist, Gernsbach).

Kurzbiographie und ausführliche Filmographie bis 2004
Biographie

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