Nina Hoss

Der 11. Bremer Filmpreis geht an die deutsche Schauspielerin Nina Hoss.

11. Bremer Filmpreis der
Kunst- und Kultur-Stiftung der Sparkasse Bremen
an Nina Hoss

Begründung der Jury: Es ist ein wenig merkwürdig, sich vorzustellen, dass Nina Hoss erst seit dreizehn Jahren auf der Leinwand erscheint. Denn gemessen an der Bedeutung, die der Schauspielerin zukommt, ist das ist eine vergleichsweise kurze Zeit. Wie war das deutsche Kino, als sie noch nicht daran teilhatte? Man mag sich nicht mehr genau erinnern, aber eines weiß man mit Bestimmtheit zu sagen: Es war ärmer. Es musste ohne ihre Präzision auskommen, ohne ihre Konzentration, ohne ihre Ernsthaftigkeit und ohne ihre Gabe, gerade in der Beschränkung eine erstaunliche Bandbreite an Ausdrucksformen zu erschaffen.

Seit ihrem Debüt in Josef Vilsmaiers Film »Und keiner weint mir nach« (1996) hat sie sich eine Position ganz oben erspielt. Sie wurde schlagartig populär, als sie im selben Jahr die Hauptrolle in dem Fernsehfilm »Das Mädchen Rosemarie« übernahm. Damals war sie 21, und trotz des Erfolgs setzte sie ihre Schauspiel-Ausbildung an der Berliner Ernst-Busch-Hochschule fort. Heute kann sie ihre Rollen selbst bestimmen und wählt souverän zwischen der Bühne und dem Film – und dort wiederum zwischen den großen und den kleinen Produktionen, zwischen Max Färberböcks »Anonyma« und Christian Petzolds »Yella«. Vor allem unter der Regie Petzolds ist sie ohne Konkurrenz. Sie hat Preise gewonnen – den Silbernen Bär der Berlinale, den Deutschen Filmpreis, den Grimme-Preis, den »Gertrud Eysoldt-Ring« - und sie kann sich der Anerkennung des Publikums sicher sein. Nina Hoss hat die Statur für einen Star, zugleich ist sie eine hart an sich arbeitende Schauspielerin, die lieber vor der Kamera oder auf der Bühne steht als auf einem Roten Teppich. Wenn sie den Bremer Filmpreis entgegennimmt, kann man in Deutschland ihren neuen Film »Jerichow« sehen, wiederum eine Arbeit Christian Petzolds, in der sie ein Frau zwischen zwei Männern spielt.

»Schauspielen«, hat sie einmal in einem Interview gesagt, »hat viel damit zu tun, sich als Figur in einem Raum zu bewegen: Findet man eine Haltung oder ist man verloren?« Bei Nina kann man gewiss sein: Sie findet eine Haltung. Sie ist 33 Jahre alt, und sie hat noch eine große Zukunft vor sich.

Cristina Nord, Filmredakteurin taz, Dozentin an der FU Berlin
Hans Helmut Prinzler, Regisseur, bis 2005 Leiter des Filmmuseums Berlin
Andres Veiel, Regisseur

 

Ein Porträt von Nina Hoss

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Laudatio Bremer Filmpreis für Nina Hoss