Lars von Trier

Der 10. Bremer Filmpreis geht an den dänischen Regisseur Lars von Trier.

Begründung der Jury:

Der Bremer Filmpreis des Jahres 2008 geht an den dänischen Regisseur Lars von Trier. Er ist seit mehr als zwanzig Jahren eine Schlüsselfigur des europäischen Kinos - Erfinder und Visionär, Realist und Phantast, Anarchist und Dogmatiker.
Von Trier ist ein Mephisto des Kinos, der dabei stets zerstören will und doch das Neue schafft. Am liebsten erzählt er von der Verkommenheit der menschlichen Natur, vom Bösen, das er mit unverhohlenem Zynismus triumphieren lässt. Für Lars von Trier ist das Kino ein Gesellschaftsspiel, in dem die Zivilisation verlieren muss. Die Regeln und Formen dieses Spiels bestimmt er allein und für jeden Film anders, arrogant, autoritär, mit der Ungeduld eines verzogenen Wunderkindes. Von Trier respektiert nichts und zweifelt an allem. Er ist ein Ketzer ohne Glauben, ein Revolutionär ohne Utopie, ein Regisseur, der seine Kunstform ins Kreuzverhör nimmt und immer wieder aufs Neue an ihre Grenzen führt.
Sein Kino lebt von Widersprüchen, die Lars von Trier sich und seinen Zuschauern zumutet. Solange es ihn gibt, steht nichts still. Wenn der Bremer Filmpreis für Radikalität offen ist, dann muss Lars von Trier mit diesem Preis ausgezeichnet werden.

Die Jury:

Katja Nicodemus (Filmredakteurin »Die Zeit«)
Hans Helmut Prinzler (Filmhistoriker, bis 2005 Leiter des Filmmuseums Berlin)
Andres Veiel (Regisseur)