Kinopreis des Kinemathekverbundes 2019 verliehen

Das Kommunalkino City 46 in Bremen erhält einen Preis als „Kino, das verbindet“

In Berlin wurden am Freitag, den 25.10.2019 zum 20. Mal die Kinopreise des Kinemathekverbundes für herausragende Kinoarbeit vergeben. Mit Preisen in vier Kategorien werden die Arbeit von Kommunalen Kinos und filmkulturellen Initiativen ebenso gewürdigt wie ihr Engagement bei der Weiterentwicklung des Kinos als Ort der Vielfalt, als kultureller Treffpunkt und Kulturgut. 

In der Kategorie „Kino, das verbindet“ geht der zweite Preis an das Kommunalkino City 46 in Bremen, das sich laut Jurybegründung „im Rahmen seiner Kinoarbeit insbesondere der Integration sozial Benachteiligter widmet“.

In der Kategorie III: „Kino, das verbindet“ werden nachhaltige Kooperationen mit politischen, sozialen und kulturellen Einrichtungen, Initiativen für eine gesellschaftliche Teilhabe der Bürger*innen sowie interkulturelle Kinokonzepte berücksichtigt. Verbindung ist ein Schlüsselbegriff für die Filmbranche. So ist nicht nur das Werk, das wir sehen, ein Gemeinschaftsprodukt vieler Beteiligter mit jeweils großen individuellen Fähigkeiten. Auch und vor allem die Vorführung von Filmen ist es, die verbindet. Das Kino ist – von Sonderfällen abgesehen – der Ort, an dem sich nicht der Einzelne einfindet, um einen Film anzuschauen, sondern die Gruppe. Eine Gruppe, die sich für jede Vorstellung neu findet. „Kino, das verbindet“ ist somit gewissermaßen eine Ur-Kategorie des Kinomachens. Und erfasst damit auch das Credo des Bremer Kommunalkinos: Das CITY 46 ist ein Kino für Bremen.

Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Filmhaus am Potsdamer Platz wurden die Kinopreise des Kinemathekverbundes und die Preisgelder in Höhe von 30.000 Euro vergeben. Vier Kinos wurden mit Hauptpreisen und 16 weitere mit zweiten Preisen ausgezeichnet. Der mit 6.000 Euro dotierte Lotte-Eisner-Preis geht an das B-Movie in Hamburg.

Die Jury zeichnet in diesem Jahr Kinos und ihre Programmacher*innen aus den Städten Berlin, Bremen, Celle, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Köln, Konstanz, Leverkusen, Mannheim, Marburg, Nürnberg, Pforzheim, Rendsburg, Saarbrücken, St. Ingbert, Weiterstadt und Wiesbaden aus. 

In Deutschland gibt es nach wie vor ein dichtes Netz von Kinos, die für eine vitale Filmkultur sorgen und kenntnisreich die Geschichte des Films lebendig halten – obwohl nicht alle von ihnen eine kommunale Förderung erhalten. Das Spektrum der prämierten Spielstätten ist breit und reicht vom Zeughauskino in Berlin – einer der renommiertesten Spielstätten Deutschlands mit einem Programm von Weltruf - bis zur Initiative „achteinhalb“ in Celle, dessen Verantwortliche ehrenamtlich Kinokultur in die Provinz bringen.

Alle ausgezeichneten Kinos stehen für die Diversität im Film. Ihre Programme sind international und präsentieren Werke der gesamten Filmgeschichte. Die Menschen hinter den Kinos sind „Überzeugungstäter*innen“, die die Lust verbindet, neben Klassikern immer wieder auch unbekannte Filmperlen auszugraben. Filmvermittlung wird dabei groß geschrieben: Die Zuschauer*innen erhalten die Möglichkeit, die Filme in breiterem Kontext zu rezipieren – durch Filmgespräche, Filmreihen, Festivals oder performative Events.

Die fünfköpfige Fachjury wird für jeweils drei Jahre entsandt. Seit 2019 gehören Carolin Weidner (Verband der deutschen Filmkritik), Michael Höfner (AG Verleih), Doris Kuhn (Bundesverband kommunale Filmarbeit), Madeleine Bernstorff (Kinematheksverbund) und Philip Aubel im Wechsel mit Maren Renzau und Pamela Fischer (Bundesverband Jugend und Film) der Jury an.

Die Vergabe des Kinopreises findet im Rahmen des Filmerbe-Festivals Film:ReStored_04  statt.

Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen